Punktverlust in letzter Minute HG Hamburg-Barmbek verpasst Heimsieg beim 30:30 gegen Delitzsch
„Es fühlt sich an wie ein verlorener Punkt.“ Mirco Demel machte nach dem Heimspielauftakt seiner Mannschaft keinen Hehl aus seiner Enttäuschung über das 30:30 (12:14) gegen Aufsteiger NHV Concordia Delitzsch. „Wenn man in der Crunch-Time mit zwei Toren führt, muss man eigentlich den Sieg über die Ziellinie retten“, sagte der Trainer der HG Hamburg-Barmbek. Er wolle aber die Leistung des Gegners nicht schmälern, der nicht wie ein Aufsteiger aufgetreten sei. Gästetrainer Jan Jungandreas nahm das Kompliment gern entgegen. „Meine junge Mannschaft muss sich noch an die härtere Gangart in der 3. Liga gewöhnen“, sagte der Coach. „Aber ich bin stolz, wie die Jungs trotz des ständigen Rückstands nach der Pause nicht aufgesteckt haben und sich den Punkt erkämpften.“
Die Barmbeker mussten sich den Vorwurf gefallen lassen, ihre Vorteile zu Beginn der zweiten Halbzeit nicht zu einer vorentscheidende Führung genutzt zu haben. Zwar ging man in der 34. Minute wieder in Front (16:15), nachdem man nach zwölf Minuten schon vier Tore zurückgelegen hatte (4:8). Eine doppelte Überzahl (6 gegen 4) wurde aber nur zu einem Treffer genutzt und Leon Bruse und Justin Kaminski konnten freie Chancen nicht verwerten. Dass der Vorsprung dennoch zweimal auf drei Tore anwuchs (25:22/26:23), war der guten Abwehrarbeit im Mittelblock von Frederic Stüber und Bo Matussek, der starken Torwartleistung von Kay Siemer, der zur Pause Bendiks Asmuß abgelöst hatte und im Angriff den dynamischen Aktionen von Fabian Neher (8/3 Tore) zu verdanken.
Dass es dem HGHB-Team noch an Stabilität und Konstanz fehlt, wurde deutlich, wenn Stüber auf der Bank saß und im Deckungszentrum ersetzt werden musste oder Fabian Neher eine Pause brauchte. Dann gelangen dem überragenden NHV-Spielmacher Rune Magnus Klecar (10 Tore) immer wieder erfolgreiche Durchbrüche zum Kreis und den HGHB-Offensivaktionen fehlte häufig die Durchschlagskraft und Finesse, auch wenn Ben Behncke als Spielmacher unermüdlich antrieb. Stellten die Gäste plötzlich auf eine offensive 3:3-Abwehr um, wirkten die Barmbeker meist ratlos, obwohl sie sich im Training auf diese Variante eingestellt hatten. „Das ist eben der Unterschied zum Wettkampf“, nahm Trainer Demel seine Mannschaft in Schutz.
Er stärkte auch dem 19-jährigen dänischen Neuzugang Mads Eg den Rücken, dem bei seinem Debüt zwei Tore gelungen waren, der aber auch eine klare Chance vergeben hatte und dem in der Schlussminute ein dummes Foul unterlaufen war, durch das sein Team in Unterzahl geriet und in der Folge noch den Ausgleich hinnehmen musste. „Mads wird daraus lernen und ich bleibe bei meiner Linie, auch den jungen Spielern Einsatzzeiten zu deren Entwicklung zu geben und mich nicht nur auf meine etablierten Leute zu verlassen“, sagte Demel.
Nicht unerwähnt bleiben sollte, dass Barmbek in den letzten sechs Minuten der Partie drei ZweiMinuten-Strafen kassierte und auch dadurch die Verteidigung der 28:26-Führung erschwert wurde. Damit bewiesen die Schiedsrichter Sven Mühlenberg und Roby Lüdemann (MTV Lübeck), dass sie die Heimmannschaft nicht bevorteilen wollten. Am nächsten Sonntag (17 Uhr, Sporthalle Wandsbek) empfängt die HG Hamburg-Barmbek den Titelaspiranten MTV Braunschweig.
- Spielfilm: 0:1, 2:1, 3:4, 3:7 (11. Min.), 5:9, 8:9 (21.), 8:11, 12:14 – 13:14, 13:15, 16:15 (34.), 19:17, 22:22 (46.), 24:22, 26:23 (49.), 28:26, 30:28 (58.), 30:30.
- HGHB, Aufstellung (Tore/7m): Asmuß, Siemer (2. Hz.); Neher (8/3), Stüber, Behncke , Kaminski (je 4), Bruse (3), Ramm, Eg, Eschweiler (je 2), Schaefer (1), Geyer, Matussek.

