Müde Beine und Haue in Aue: HG Hamburg-Barmbek aufgrund hoher Fehlerquote mit 30:44 abgestraft
„Abhaken und an den Oktober denken.“ Nach dem 30:44 beim amtierenden Staffelmeister EHV Aue schien es sich für Trainer Mirco Demel nicht zu lohnen, in eine tiefe Analyse der Niederlage zu gehen. Sein Team, die HG Hamburg-Barmbek, hatte sich im dritten Auswärtsspiel der Saison 17 technische Fehler und 21 Fehlwürfe geleistet und damit den Favoriten einen angenehmen Nachmittag mit vielen leichten Toren bereitet. „Die Jungs haben es nicht geschafft, die siebenstündige Busfahrt nach Sachsen aus den Beinen zu schütteln. Wir haben nur selten unser Tempospiel über schnelle Mitte und zweite Welle aufgezogen, womit wir Aue stressen wollten. Und auch im Spielaufbau fehlte uns die Geschwindigkeit, um zu mehr erfolgreichen 1:1-Aktionen mit Durchbrüchen zum Kreis zu kommen“, erklärte Demel die bislang schlechteste Saisonleistung. „In den nächsten Wochen gelten aber keine Entschuldigungen mehr. Dann muss die Mannschaft zeigen, dass Aue nur ein Ausrutscher war und an vorangegangene gute Leistungen anknüpfen“
Dass mit Frederic Stüber und Arne Eschweiler wie schon zuvor in Rostock auch in Aue zwei Eckpfeiler im Kader fehlten, taugte als plausible Erklärung für den „gebrauchten“ Sonntag nicht. Denn die Abwehr stand auch ohne die beiden Mittelblock-Strategen noch solide. So war nach zehn Minuten (5:7) noch alles in Ordnung – aber sieben Minuten später (7:14) die Partie schon entschieden, weil klare Chance vergeben wurden und technische Fehler den Gegner zu Tempogegenstößen eingeladen hatten. Was (vielleicht) möglich gewesen wäre, zeigte die Phase kurz nach der Halbzeit, als sich Aue schon auf neun Tore (15:24) abgesetzt hatte. Nach einem 5:1Lauf (40. Minute) konnte die HGHB auf 20:25 verkürzen. Doch vier Minuten später war der Zwischenspurt verpufft (20:29), weil Aue schwache Barmbeker Abschlüsse und Ballverluste umgehend bestraft hatte. In den Schlussminuten leistete das HG-Team kaum noch Widerstand, so dass die Gastgeber ihr Torkonto noch deutlich aufstocken konnten.
Für wenige Lichtblicke im Angriff sorgten Ben Behncke und Tim Geyer aus der Distanz und mit Durchbrüchen zum Kreis. Linkshänder Philipp Riechert zeigte mit drei erfolgreichen Abschlüssen gegen Ende der Partie, dass er sich als Alternative im rechten Rückraum anbietet. Zudem verwandelte Fabian Neher alle vier Siebenmeter und Linksaußen Kevin Janzen und Giga Zarnadze vom Kreis kamen zu ihren ersten Saisontreffern.
Spielverlauf: 0:2, 3:2, 3:3, 5:4, 7:4, 7:5 (10. Minute), 10:5, 14:7 (17.), 19:9 (26.) 22:13, 23:14 – 23:15, 24:15, 25:20 (40.), 29:20, 32:22 (45.), 36:25 (52.), 40:28, 44:30.
Aufstellung (Tore/davon Siebenmeter): Siemer, Asmuß (2. Hz.); Neher (7/4), Matussek (6), Behncke, Geyer (je 5), Riechert (3), Janzen (2), Stapenhorst, Zarnadze (je 1), Kaminski, Bruse, Eg, Scharnweber.

