Mit spielerischer Finesse gegen stärkere Physis: Am Wahlsonntag tritt Hamburg-Barmbek bei Empor Rostock an
Wie man sich gegen einen hohen Favoriten behauptet, zeigte die HG Hamburg-Barmbek gerade gegen einen mehrfachen Teilnehmer der Aufstiegsrunde zur 2. Handball-Bundesliga. Der MTV Braunschweig durfte am Ende froh sein, mit 37:35 beide Punkte mit nach Hause genommen zu haben. Bleibende Erkenntnis für den tapferen Verlierer war aber, dass in der 3. Liga Nord-Ost auch die anscheinend übermächtigen Gegner schlagbar sind. Mithin fiel HG-Trainer Mirco Demel die Trainingsplanung für das vierte Saisonspiel am kommenden Sonntag (17 Uhr) leicht. Da auch der HC Empor Rostock zu den „Schwergewichten“ der Liga gehört, ist seine Mannschaft erneut in der Rolle des krassen Außenseiters, zumal Demel nicht das gleiche Team aufbieten kann wie zuletzt. „Das ist aber egal. Wir haben 23 Spieler im Kader und lassen uns etwas einfallen“, sagte Demel.
Der Coach will den physisch und athletisch vermeintlich überlegenen Mecklenburgern spielerische Finesse entgegen setzen. „Wir werden agieren, nicht abwarten“, sagte Mirco Demel und rechnet mit einem intensiven, kraftraubenden Spiel. „Die Jungs sollen Spaß haben, vor einer großen Zuschauerkulisse zu spielen und den Rostockern alles abverlangen.“ Dafür hat Demel mit seinem Co-Trainer Jürgen Steinscherer ein Angriffskonzept ausgearbeitet und die 6:0-Abwehr auf den robusten Gegner eingestellt. Die Rostocker haben zwar vor dieser Serie auf prominente auswärtige Neuzugänge verzichtet, um sich finanziell zu konsolidieren. Ihre exzellente Jugendarbeit bringt aber immer wieder Talente hervor, die die erste Männermannschaft verstärken, so dass das mittelfristige Ziel „Aufstieg in die 2. Bundesliga“ keine Utopie ist.
Dafür arbeitet jedenfalls der neue Rostocker Trainer Stephan Just, der schon zweimal Mannschaften in die 2. Liga (EHV Aue und HC Oppenweiler/Backnang) führte, als Spieler in mehreren Bundesligavereinen aktiv war und sogar 14 Mal als Kreisläufer in der deutschen Nationalmannschaft aufgeboten wurde. Just stellte jedoch bei seiner Amtsübernahme klar, dass er in seiner ersten Saison zunächst die Grundlagen für höhere Ziele legen und eine junge Mannschaft entwickeln wolle. Die zeigte sich aber schon zu Beginn der neuen Saison mehr als konkurrenzfähig (4:2 Punkte) und unterlag zuletzt beim Meisterschaftsaspiranten EHV Aue nur mit 27:31. Da auch Mirco Demel auf eine deutliche Steigerung seines Teams verweisen kann, darf man gespannt sein, welcher Trainer am Sonntag mit dem Resultat zufriedener sein wird. Für die HG HamburgBarmbek gilt jedenfalls auch am Tag der Wahl zum Landtag von Mecklenburg-Vorpommern: „Keine Angst vor großen Namen. Und unschlagbar ist niemand.“

