HG Hamburg-Barmbek empfängt ambitionierten Aufsteiger Concordia Delitzsch
Mannschaft will am Freitag ein anderes Gesicht zeigen
Zwanzig Minuten lang hatte die HG Hamburg-Barmbek beim Saisonauftakt in der 3. Liga Nord-Ost die ersten zwei Punkte in Reichweite. Beim DHK Flensborg führte man 10:6 und schien auf der Siegerstraße zu sein. Doch den nachfolgenden Leistungsabfall in der Abwehr und die mangelnde Durchschlagskraft im Angriff bestraften die Flensborger Youngster (im Durchschnitt 19 Jahre) konsequent. Zweieinhalb Minuten reichten der engagierten DHK-Crew, um die Barmbeker kurz nach der Pause mit einem 5:0-Lauf zu überrollen und mit 18:12 davonzuziehen. Endstand: 30:25.
Ein ähnliches Szenario droht dem HGHB-Team im ersten Heimspiel am Freitag (20.30 Uhr, Sporthalle Wandsbek) gegen den NHV Concordia Delitzsch. Zwar verloren die Sachsen ihre erste Partie in eigener Halle mit 32:42 (17:21) deutlich. Mit dem Meisterschaftsanwärter Empor Rostock hatte der Aufsteiger aber auch die schwierigere Aufgabe als die HGHB und hielt dennoch vor 500 Zuschauern lange Zeit gut mit. Vor allem die schnelle Mitte der Concorden bereitete den Rostockern einiges Kopfzerbrechen, die sich überdies bei ihrem überragenden Torwart Robert Wetzel bedanken konnten, dass das Ergebnis am Ende so klar ausfiel. Als Saisonziel peilt der Aufsteiger demütig nur den Klassenerhalt an, zeigt sich aber selbstbewusst aufgrund der eigenen Tugenden in der giftigen Abwehr, im Tempospiel und in der Willensstärke. „Die Jungs glauben daran, jeden schlagen zu können“, sagt Trainer Jan Jungandreas. Seine Mannschaft hat sich durch zwei Regionalliga-Meisterschaften in Folge und den Aufstieg in die 3. Liga mit 53:7 Punkten eine breite Brust geholt. In drei Spielzeiten verloren die Delitzscher in 84 Partien nur sieben Mal und gingen dabei 71 Mal als Sieger von der Platte. Die Mannschaft ist dabei an die glorreichen Zeiten des „Vorgängervereins“ SV Concordia Delitzsch anzuknüpfen, der 2005 in die 1. Bundesliga aufstieg. Nach dem sofortigen Abstieg spielte der Verein danach noch vier Jahre in der 2. Bundesliga Süd, ehe 2010 eine Insolvenz zur Auflösung des SV Concordia führte. Nach der Neugründung als Nordsächsischer Handballverein (NHV) etablierte sich Delitzsch in der Sachsenliga und kämpfte sich nach 15 Jahren wieder in obere Regionen. Herzstück des Vereins sind die umfangreiche Jugendarbeit und eine solide Fanbasis.
Im Barmbeker Trainerteam bleibt man trotz des Fehlstarts in Flensburg und angesichts des zu erwartenden starken Gegner Delitzsch dennoch gelassen. „Natürlich müssen wir uns steigern und dürfen uns eine Schwächephase wie die nach der Pause bei DHK nicht noch einmal leisten“, sagte Co-Trainer Jürgen Steinscherer. „Aber ich bin überzeugt, dass wir am Freitag ein anderes Gesicht zeigen und uns die ersten Punkte holen werden.“
Noch offen ist, ob Torwart Henri Wommelsdorf nach seiner Fußverletzung rechtzeitig fit wird. Definitiv in den Kader zurückkehren werden aber Arne Eschweiler als Abwehrstratege im Mittelblock und Tim Stapenhorst als Spielmacher.
Text: Manfred Bode

