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TV Gelnhausen vs. HG Hamburg-Barmbek 29:27 (16:9)

Barmbek erkämpft sich ein Endspiel um den Klassenerhalt

Die HG Hamburg-Barmbek hat das Hinspiel im Relegationsfinale beim TV Gelnhausen knapp mit 27:29 (9:16) verloren. Nach einer völlig missglückten ersten Hälfte konnte die HGHB den Rückstand im zweiten Durchgang allerdings von acht Toren wieder bis auf zwei Treffer verkürzen und sich damit alle Chancen für das Rückspiel am Montag offenhalten. Der Beginn verlief dabei zunächst ausgeglichen (4:4, 8. Minute), bevor den Gästen im Angriff fast nichts mehr gelang und Gelnhausen sich mit vielen Gegenstößen und gegen die schwache Defensive immer weiter absetzen konnte. Über 7:4 (10.) und 12:6 (19.) führten die Hausherren so zur Pause bereits verdient mit 16:9. In der zweiten Hälfte nahmen die Barmbeker dann endlich richtig am Spiel teil, steigerten sich deutlich und konnten von 9:17 zunächst auf 11:17 und wenig später bis auf 14:18 verkürzen. Es wurden zwar bei Weitem nicht alle Fehler abgestellt, trotzdem agierte die Defensive nun konsequenter und ermöglichte Florian Knust einige Paraden. Im Angriff wurde zudem mit Druck auf gute Chancen gespielt und diese genutzt, sodass die HGHB eine Viertelstunde vor dem Ende auf 20:22 herankam und wieder alles offen war. Zwar versäumten es die Gäste, nach dem 24:25 (53.) oder dem 27:28 (60.) den Ausgleich zu erzielen, nach dieser ersten Halbzeit noch ein 27:29 zu holen und nur mit zwei Toren Rückstand sowie 27 Auswärtstoren ins Rückspiel zu gehen, ist aber sicher ein Erfolg.

Beim TV Gelnhausen musste die HGHB auf Rune Hanisch, Gerald Dobratz sowie Jacek Tomala, Jonas Deelmann und Lennard Danielsen verzichten und kam nach der vierstündigen Anreise über 500km nicht gut in die Partie. Nach dem 0:1 legte Barmbek zunächst zwar das 2:1 sowie das 3:2 vor und nach acht Minuten stand es mit 4:4 noch unentschieden, in der Folge wollte den Gästen aber fast nichts mehr gelingen. Im Angriff fehlten das Tempo und der Druck, sodass Gelnhausens Torwart wenig Probleme hatte, die Würfe auf seinen Kasten zu entschärfen. Da Barmbek zudem viele Ballverluste produzierte, so einige einfache Tore über Gegenstöße kassierte und auch in der Abwehr die nötige Aggressivität vermissen ließ, erhöhten die Hausherren bis zur zehnten Minute auf 7:4. In den nächsten fünf Minuten schienen die Hamburger sich etwas zu fangen, sodass es bis zum 6:9 bei drei Toren Rückstand blieb, doch dieselben Fehler und Fehlwürfe wurden in der Folge weiterhin konsequent vom TV bestraft, der von den 900 Fans in der Halle lautstark unterstützt bis zur 19. Minute bis auf 12:6 davonzog. Auch auf die nächsten beiden Treffer der Gäste antworteten die Hausherren mit drei Toren in Folge, sodass es nach 28. Minuten 15:8 stand. Nach einem weiteren Tor auf beiden Seiten ging es dann beim Stand von 16:9 in die Kabinen und Gelnhausen war nach einer der schwächsten Barmbeker Halbzeiten in dieser Saison auf dem besten Weg, das eigene Ziel eines deutlichen Hinspielerfolgs zu erreichen.

Wohlwissend, dass egal wie das Spiel am Ende ausgehen würde jedes Tor noch entscheidend sein kann, zeigte die HGHB im zweiten Durchgang ein völlig anderes Gesicht. Zwar mussten die Hamburger zunächst noch das 9:17 hinnehmen, doch mit zwei Toren in Folge verkürzte Barmbek schnell auf 11:17. Während die Abwehr nun beherzter zupackte und der Rückzug etwas besser funktionierte, wurde auch im Angriff mit mehr Tempo, Druck und dem Vertrauen in die eigenen Stärken gespielt. So kamen die Gäste bis zur 38. Minute auf 14:18 heran und nach einem weiteren 6:2-Lauf war beim 20:22 eine Viertelstunde vor dem Ende wieder alles drin. Die Hamburger konnten dabei zwar bei Weitem nicht alle Fehler abstellen, doch vor allem die bessere Abwehr ermöglichte auch Florian Knust, seinem Team mit einigen starken Paraden, darunter insgesamt vier parierte Siebenmeter, zu helfen. Auch von der erneuten Erhöhung auf 25:21 (50.) ließ Barmbek sich nicht beeindrucken und nach 53 Minuten gelang den Gästen der 24:25-Anschlusstreffer. In dieser Phase hätte die Partie auch komplett kippen können, allerdings versäumten es die Hamburger durch vergebene Chancen, den Ausgleich zu erzielen. So erhöhte Gelnhausen nochmal auf 28:25 (58.), doch Robin Morgner und Christoph Wischniewski verkürzten erneut auf 27:28 (60.). Den Schlusspunkt setzten dann zwar die Hausherren mit einem Kempa-Trick zum 29:27, der moralische Sieger war nach dieser schwachen ersten Hälfte und der folgenden Aufholjagd aber die HGHB, die nun im Rückspiel lediglich zwei Tore aufholen muss und damit weiterhin alle Chancen auf den Klassenerhalt hat.

Nach nur 44 Stunden Regenerationszeit fällt die Entscheidung über den Klassenerhalt damit am morgigen Pfingstmontag, 21. Mai, um 15.00 Uhr in der Sporthalle des Margaretha-Rothe-Gymnasiums.

„Wir haben die erste Halbzeit leider komplett verschlafen. Gelnhausen machte richtig Dampf und unsere Fehlerquote war einfach zu hoch. Meine Mannschaft hat aber Moral gezeigt und in der zweiten Halbzeit den Spieß umgedreht. Nun heißt es am Montag nochmal alles zu geben, die letzten Körner zu mobilisieren und in unserem Wohnzimmer den Klassenerhalt zu schaffen“, so HGHB-Coach Holger Bockelmann.

Tor: Florian Knust (vier gehaltene Siebenmeter), Florian Naumann

Feld: Christoph Wischniewski (9/3), Timon Kaminski (6), Dennis Tretow (3), Robin Morgner (3), Henning Mauer (2), Martin Laursen (2), Per-Jonas Becker (1), Moritz Hesse (1), Felix Charbatzadeh, Timo Kretzschmar, Finn Maciejewski